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Die Faszination der Pfeife

Die Faszination der Pfeife

Die Pfeife ist weiblich, keine Frage. Hier ist der Grund zu suchen für die Hingabe, mit der einige ihre Pfeife behandeln, sie streicheln, betrachten und in ihr das Feuer zum Glühen bringen.

Die Pfeife betrügt nicht, sie empfindet keine Eifersucht und steht zum Raucher ein Leben lang.

Doch Vorsicht, so einfach geht es nicht weiter im Paradies. Die Pfeife ist - wie schon eingangs erwähnt – feminin. Sie will umgarnt werden, ein stürmisches Herangehen quittiert sie mit Ablehnung und Überhitzung. Doch dann wieder, wenn man sie zu nehmen weiß, bleibt sie ein Leben lang bei dir, eine Freundschaft für immer und darüber hinaus. Die Verheißung von Glück. Heute ist sie verschwunden aus unserem Alltag, verdrängt seit langer Zeit von der Zigarette und einigen wenigen Connaisseuren der Zigarre. Ach ja, E - Rauchen gibt es noch. Ist das Genuss oder nur eine Deklassierung auf unterem Niveau? Vergessen! Die Wasserpfeife ist im Orient beheimatet und spielt bei uns in nördlichen Breitengraden nur eine Nebenrolle.

Die Pfeife von der hier die Rede ist, lebt in den Köpfen der Genießer weiter, in der Phantasie steht ihr eine kleine Ecke zu. Auf der Bühne und im Film flammt sie immer mal wieder auf, um danach nahezu in der Versenkung zu verschwinden. Pfeife ist Traum, Zurückblicken auf Zeiten, die nie so schön gewesen sind, wie sie uns heute erscheinen. Pfeife und Tabak transportieren ein Gefühl der Gemütlichkeit und des Träumens in die Köpfe der Nicht - Pfeifen - Raucher.

Albert Einstein, William Faulkner, Raymond Chandler, Max Frisch, Siegfried Lenz, Jean Paul Sartre, sie alle eint der Genuss zur Pfeife. Die Liste ist endlos weiterzuführen. Was jedoch dabei auffällt: Es fehlen Menschen von heute. Die aufgeführten Personen stammen alle aus der Vergangenheit.

Wenn die Pfeife sich zu einem Vergleich heranziehen lässt, dann ist es die Zigarre. Sie reagiert ähnlich, vermag den Genießenden in einen schwebenden Zustand der Harmonie und Leichtigkeit zu versetzen. Doch die Zigarre stirbt nach ihrem kurzen, intensiven Leben. Mag sie noch so perfekt gerollt sein, es bleibt nichts nach außer der Asche. OK, uns wird es nicht anders ergehen, doch nicht in diesem Moment. Bei der Pfeife besitzt der in den Kopf gefüllte Tabak nicht die optische Perfektion, auch wenn er geschickt gestopft werden will. Wenn ein japanischer Sushi Koch zwei Jahre Lehrzeit benötigt, um den richtigen Reis herzustellen, sind wir beim Pfeife stopfen nicht weit entfernt davon. Beim eigentlichen Rauchen gehen das Bruyere-Holz Mundstück und der Tabak eine Symbiose ein, die ihresgleichen sucht. Die Zigarre hat lediglich eine Bauchbinde zu bieten, um der Nacktheit zu entkommen.

Die Pfeife heute ist ein Statement zum wirklichen Genuss, cool wirken tut sie nur bedingt. Wenn ein Tölpel sie raucht, wirkt sie lachhaft. Interessant dabei ist, dass auch ein Laie sofort erkennt, ob Raucher und Pfeife zusammengehören. Rauchen sie die Pfeife mit Lässigkeit, tun sie so als würde sie sie gar nicht interessieren. Dann passt es. Das kann übrigens 1:1 für den Zigarrenraucher übernommen werden. Mit der Pfeife im Mundwinkel kann gearbeitet und gesprochen werden. Versuchen Sie das mal mit der Zigarre. Außerdem hat die Pfeife die besseren Karten in der Damenwelt. Ihr Duft genießt ein gewisses Ansehen. Vorausgesetzt, die Pfeife ist gepflegt und der Raucher weiß sich zu benehmen.

Zum Ende ein Zitat des US - Amerikanischen Schriftstellers John Dos Passos: Er blies das Streichholz aus, seine Pfeife war ein winziger, lustiger roter Vulkan, der bei jedem Zug ein diskretes Glucksen von sich gab. Er rauchte sehr langsam, tief inhalierend. Wenn er durch die schimmernden Schleier gespiegelten Lichts nach oben blickte, konnte er den schwarzblauen Himmel und die Sterne sehen. Der Tabak schmeckte süß. Joe Harland war glücklich.

Jens Meyer, Pfeifen Huber München