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Das Mundstück der Pfeife

Das Mundstück der Pfeife

 

→ Die historischen Mundstücke
→ Das Kautschukmundstück
→ Das Acrylmundstück
→ Das Pfeifenmundstück und der Biss

 

Die historischen Mundstücke

Was für uns als Pfeifenraucher heute eine Selbstverständlichkeit darstellt, nämlich das Pfeifenmundstück, ist über viele Jahrhunderte nur mit großem Aufwand herzustellen gewesen. Bei der Tonpfeife ist kein Mundstück vorhanden, die Pfeife bestand aus einem Guss.

Anders verhält es sich bei Porzellanpfeifen und natürlich der heute gebräuchlichen Bruyere Pfeife. Bei den Porzellanpfeifen kam so manches Mal ein Bernsteinmundstück zum Einsatz. Neben der unbestrittenen Schönheit eines solchen Mundstücks traten viele Nachteile auf. Der Rohstoff war schwer zu bekommen und die Mundstücke waren teuer. Hinzu kam eine gewisse Härte beim Beißen, auch konnte das Material brechen.

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Englische Pfeife mit Hornmundstück und Silberolive aus dem Jahr 1906

 

Daneben ist schon frühzeitig Horn eingesetzt worden. Es stammte vornehmlich von einheimischen Rindern, war verhältnismäßig einfach herzustellen und stand ausreichend zur Verfügung. Dabei ist lediglich der vordere, spitz zulaufende Teil verwendet worden. Hornmundstücke sind aus einem Stück heraus geschnitten. Es gab sie in Farbschattierungen von grau, braun bis nahezu schwarz.

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Naturmaterial Horn mit dazugehöriger Pfeife

 

Sie sind im Gebrauch schon ähnlich dem Kautschukmundstück oder auch Ebonitmundstück genannt. Horn hat die Eigenschaft Feuchtigkeit aufzunehmen und faserig zu werden im Laufe des Lebens. Unbedingte Pflege ist nötig. Dieses Material wird ebenso wie Bernstein, heute nicht mehr verwendet.

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Pfeife mit Hornmundstück aus dem Jahr 1890

 

Das Kautschukmundstück

Bereits 1878 ist das Kautschukmundstück erfunden worden, die Jahreszahl findet Erwähnung im Pipe Book von Alfred Dunhill. Dunhill, The White Spot, hat unseres Wissens von Anfang an nur Kautschuk als Ausgangsmaterial für Mundstücke verwendet. Kautschuk besteht aus Kunstgummi, natürlichem Ebonit und gemahlenen Teilen. Diese werden miteinander verschmolzen und in Formen gepresst. Die Mehrheit der Mundstücke bestand aus zwei zusammengepressten Teilen. Stangenmaterial wird ebenso verwendet, hier wird das Mundstück aus einem Stück herausgearbeitet. Die Firma Dunhill in London verwendet bis heute nur Stangenmaterial und stellt handgemachte Mundstücke her. Der Preis dafür liegt um ein Vielfaches höher, die Qualität ebenso.

Die Vorteile des Kautschukmundstücks: Es lässt sich leicht herstellen und bearbeiten, der Preis ist niedrig. Über mehr als einhundert Jahre hinweg ist nahezu jede Pfeife damit ausgestattet worden. Dazu kommt ein angenehmer Biss, das Material gibt nach. Diese Mundstücke sind lediglich in Schwarz zu bekommen. Eine Spezialität stellt die Cumberland Variante dar. Hier werden zwei Farben braun und schwarz miteinander vermengt. Die Masse wird vorsichtig verrührt, um dann in Stangen gegossen zu werden. Eine ganz eigene Optik ist das Ergebnis.

Die Nachteile des Kautschukmundstücks: Der einzige und wirkliche Nachteil liegt im Anlaufen des Materials. Unter Sonneneinwirkung verändert sich die Farbe. Das Mundstück wird erst matt, dann gräulich braun bis grün. Nicht wünschenswert. Nebenbei sondert das Ebonit/ Kautschuk Schwefel ab, durch die farbliche Veränderung tritt ein bitterer Beigeschmack auf. Sie können dem vorbeugen, indem sie Ihre Pfeife möglichst wenig Sonnenlicht aussetzen und nach dem Rauchen mit einem speziellen Pfeifentuch das Mundstück polieren. Bei großer farblicher Veränderung steht Ihnen der Fachhändler bereit und arbeitet die Pfeife für wenig Geld auf. Dabei wird das Mundstück auf speziellen Scheiben wieder poliert. Auch Pasten dafür sind im Handel erhältlich. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Kauf der Pfeife nach der Beschaffenheit des Materials.

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Oben ein angelaufenes Kautschukmundstück, darunter die polierte Variante

 

Das Acrylmundstück

Die Italiener sind nachweislich die ersten gewesen, die Acryl für die Herstellung der Pfeifenmundstücke eingesetzt haben. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist das der Fall gewesen. Die Firma Castello im norditalienischen Cantu hat nie etwas anderes verwendet. Acryl gehört zu den Harzen und wird im Baubereich häufig eingesetzt. Für die Pfeife wird das Acryl im Gegensatz zum Kautschuk in Stangen gegossen und aus dem vollen Material gefräst. Es ist in der Herstellung aufwendiger und geringfügig teurer als das Naturmaterial Kautschuk. Heute wird nahezu jede hochwertige Pfeife mit einem Acrylmundstück ausgestattet. Die Zeit des Umbruchs entstand in den Neunziger Jahren. Die dänische Firma Stanwell zum Beispiel, stellte die Produktion 1995 auf Acryl um. Der deutsche Hersteller Vauen verhielt sich ähnlich.

Die Vorteile des Acrylmundstücks: Der Nachteil des Kautschukmundstücks gelangt hier zum großen Vorteil: Acryl ist farbbeständig und verändert sich auch nach Jahren nicht. Alle Farbvarianten sind möglich, die Festlegung auf die Farbe Schwarz ist nicht gegeben.

Die Nachteile des Acrylmundstücks: Acryl ist härter im Biss. Dem ist über die Jahre mit neuen, weicheren Mischungen entgegengewirkt worden, einigen Puristen reicht das dennoch nicht aus. Im Blindtest ist das Unterscheiden zwischen den beiden Typen kaum möglich. Acryl ist, wie schon erwähnt, geringfügig teurer. Der Erfolg gibt dem Acrylmundstück Recht: Die Vorteile überwiegen.

Kautschukmundstück-Cumberland-Lippenbiss

Von links: Kautschukmundstück, Cumberland und Lippenbiss

 

Heute findet man lediglich Pfeifen im untersten Bereich mit Kautschukmundstücken vor. Viele Pfeifenmacher und die Traditionsfirma Dunhill, London, verwenden das Naturmaterial jedoch unbeirrt weiter. Tradition wird großgeschrieben.

 

Das Pfeifenmundstück und der Biss

Der Standardbiss ist mit Abstand am beliebtesten. Durch die schmale Kante ist die Pfeife leicht und in diversen Positionen zwischen den Zähnen zu halten. Eine Ausnahme macht das irische Haus Peterson mit seinem Lippenbiss. Hier gelangt der Rauch nicht in den gesamten Mundraum, sondern lediglich an den Gaumen, von wo aus er sich verteilt. Das Halten im Mund gestaltet sich schwieriger, die Lippenbissvariante sitzt während des Rauchens fester an einem Punkt und bietet nicht die Variationsmöglichkeiten des Standardmundstücks. Alles Geschmackssache! Für was auch immer Sie sich entscheiden, das Mundstück stellt die wichtigste Verbindung zum Genuss der Pfeife dar. Achten Sie auf den richtigen Biss und lassen Sie sich beraten!